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Handwerkerparcours

Artikel vom 2. Februar 2024

Seit dem Schuljahr 2022/23 gibt es den „Tag des Handwerks“ an weiterführenden Schulen. Ziel der Aktion ist es nicht nur, das Handwerk zu stärken, in welchem jedes Jahr zahlreiche Lehrstellen unbesetzt bleiben, sondern auch um Mädchen dafür zu begeistern. So fand in diesem Schuljahr auch an unserer Mittelschule ein Handwerkerparcours statt. Ganz bewusst wurden Betriebe aus dem näheren Umkreis dazu eingeladen.

Den jungen Menschen einen breiten Einblick in verschiedene Handwerksberufe zu geben, die Scheu abzubauen, in Kontakt mit Firmen zu treten, wenn es spätestens in der achten Klasse auf Praktikumssuche geht und die Jugendlichen zusätzlich bei ihrer Fächerwahlentscheidung am Ende des Jahres ein Stück weit zu unterstützen, waren dabei einige der Beweggründe für diesen Schultag.

An einem ganzen Vormittag durften sich die Mittelschülerinnen und -schüler der beiden siebten Klassen in Kleingruppen verschiedene Gewerke anschauen und den Umgang mit Arbeitsmaterialien sowie Arbeitsmitteln praktisch ausprobieren.  Sieben ortsansässige Betriebe rund um Auerbach nahmen sich viel Zeit, den Jugendlichen einen kleinen Einblick sowohl in einen Ausbildungsberuf zu geben als auch gemeinsam mit ihnen mit Werkstoffen zu arbeiten. Jede Schülerin und jeder Schüler konnte im 40-Minuten-Takt einen Firmenchef oder eine -chefin kennen lernen, Gespräche mit Azubis und weiteren Mitarbeitern führen und zudem handwerkliches Geschick beweisen. Jung und Alt kamen so an jeder Station in einen Austausch, wobei das Hauptaugenmerk jedoch immer ganz klar auf dem praktischen Teil lag. 

Zum Beispiel konnten die Schülerinnen und Schüler bei Herrn Kaufmann von der Firma HD Bau GmbH Mörtel anmischen, um anschließend eine Mauer hochzuziehen, bei Elektro Beyer wurden Schaltkreise gebaut und die Heizungs- und Sanitärfirma Neukam stellte nicht nur Rechte und Pflichten eines Auszubildenden vor, sondern ließ auch eine Härtegradmessung durchführen und die MittelschülerInnen konnten als bleibende Erinnerung ein Herz aus einem Trinkwasserrohr formen. Ein Zimmer weiter fielen die Späne auf den Boden, denn hier wurde angezeichnet und gesägt. Schreinermeister René Popp aus Troschenreuth gab den SiebtklässlerInnen einen Einblick in verschiedene Holzarten. Die Jugendlichen konnten ein kleines Vogelhäuschen herstellen, welches sie anschließend mit nach Hause nehmen durften.

Nach jeder Station wechselten die Schülerinnen und Schüler selbstständig den Raum und konnten dabei den Duft aus der Schulküche wahrnehmen. Hier wurden Hefezöpfe und Brezeln mit dem Bäckermeister Bock hergestellt, bevor es sie nach draußen zur Firma Bohr- und Tiefbau Kollmer zog. Hier wurde gebaggert, was das Zeug hielt und festgestellt, dass dabei Konzentration, Genauigkeit und Feinfühligkeit eine Rolle spielen. „Uns kommt es nicht auf den Schulabschluss an, sondern darauf, dass jemand die Tätigkeit gerne ausführt. Draußen zu arbeiten, muss man mögen“, so Frau Brüchner, die mit ihrem Team tatsächlich dem Regen und Wind an diesem Vormittag trotzen musste.

Wieder drinnen wartete schon Frau Sophia Wilhelm vom Malerbetrieb aus Neuhaus zusammen mit einem Mitarbeiter auf die nächste Kleingruppe, in welcher nie mehr als sechs Schülerinnen und Schüler waren. Beim Schablonieren mit verschiedenen Farben wurden Zierleisten gemacht und mit Pinsel und Rolle gearbeitet. „Kann man hier eine Ferienarbeit machen?“, „Ich weiß schon, wo ich mein nächstes Praktikum machen werde“ oder „Ich weiß auf jeden Fall, dass ich Technik nächstes Jahr nicht mehr nehme“, waren einige Schüleraussagen während der gemeinsamen Pause, die im Schülercafé stattfand. Bei selbst hergestelltem Fingerfood aus dem ES-Unterricht und Kaffee und Kuchen kam man in den Austausch, wobei schon über eine Wiederholung im kommenden Schuljahr nachgedacht wurde.

Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung. „Es hat mir und meinem Kollegen durchaus sehr viel Spaß gemacht! Des Weiteren waren die Kids gut drauf, vor allem interessiert und mit viel Elan dabei. Mein Chef war ebenfalls sehr positiv von der kompletten Veranstaltung angetan“, so ein Firmenvertreter im Abschlussgespräch.